Anschaffung und Haltung von Papageien und Sittichen

Papageien sind sehr intelligente, mitunter sprachbegabte, und wunderschön anzusehende Vögel. So ist es kein Wunder, dass ihre Haltung ein faszinierendes Hobby ist.

Papageienhaltung ist allerdings nicht mit der Haltung von Hunden oder Katzen zu vergleichen, sondern stellt ungleich höhere Anforderungen an den Halter und das Umfeld.

Einige Überlegungen vor der Anschaffung:

Mindestens zwei Vögel
In der Natur leben die Papageien je nach Art in Schwärmen, mindestens aber paarweise und bleiben mit dem gewählten Partner ihr Leben lang zusammen.
Als Mensch können Sie zwar begehrter Futterbringer und Spielkamerad sein, aber niemals ein echter Partner des Vogels. Es ist daher unumgänglich, mindestens zwei Vögel der gleichen Art zu halten, damit die Tiere ihr arteigenes Sozialleben pflegen können.

Lautstärke
Ein gut gehaltener Papagei wird zwar nicht ständig schreien, aber sie sind keine leisen Tiere. Sie alle haben das Bedürfnis, ihre Stimme mehrmals am Tage zu lautstarkem Pfeif- und Rufkonzert zu benutzen. Dies sollte im Hinblick auf die Nachbarschaft berücksichtigt werden.

Schmutz und Zerstörung
Vögel in der Wohnung machen Schmutz. Futter und Einstreu bleiben nicht in der Voliere. Viele Arten, wie z. B. der Graupapagei und der Kakadu, produzieren eine Menge Gefiederstaub, der sich überall ablagert. Beim Freiflug fällt auch der eine oder andere Klecks dahin, wo er wenig erwünscht ist.

Beim Freiflug in der Wohnung, den die Vögel unbedingt mehrere Stunden täglich benötigen, werden sie alles in Reichweite mit ihrem Schnabel untersuchen - was nicht spurlos an Möbeln, Büchern, Türrahmen, usw. vorüber geht. Natürlich dürfen auch keine Kleinteile wie Kugelschreiber, Feuerzeuge, Telefone herumliegen, sie sind nämlich tolle Spielzeuge, die leider dem Papageienschnabel nicht gewachsen sind. Abgesehen von den Schäden sind viele Dinge auch für den Vogel gefährlich. Mehr dazu unter Gefahren in der Wohnung.

Kosten
Der Preis für die Vögel ist noch recht gut kalkulierbar, aber damit ist es nicht getan. Die Voliere und Volierenausstattung, zusätzliche Beleuchtung, evtl. Absicherung der Fenster durch Gitter, usw. kosten oftmals genauso viel wie ein Vogel. Ihr Vogel kann erkranken, sodass Sie einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen müssen. Vielleicht sind Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen, langwierige Behandlungen erforderlich - da können durchaus einige Hundert Euro an Kosten entstehen.

Unterbringung
Ein kleiner Käfig reicht nicht, obwohl man solche problemlos kaufen kann. Es gibt ein Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien, in dem die Mindestgrößen für Volieren festgelegt sind. Siehe auch Abschnitt Unterbringung.

Urlaub
Wer versorgt Ihre Vögel, wenn Sie in Urlaub fahren wollen? Auch darüber sollte man sich vor der Anschaffung Gedanken machen.

Wenn Sie diese Punkte so beantworten können,
dass Sie sich und Ihrer Famile und den Vögeln gerecht werden,
dann herzlichen Glückwunsch!
Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Papageienhaltung ist getan.